Vor allem fuer die Pfadfinder unter euch, duerfte es interessant zu lesen sein, was fuer Unterschiede, aber auch was fuer Gemeinsamkeiten wir Pfadfinder in D und SA haben.
Vom Land bis hin zum Stamm
In Suedafrika gibt es eine einzige Pfadfinderorganisation, die South African Scout Association (Vergleich: in Deutschland DPSG, BdP, VCP), die in der WOSM Mitglied ist.Die Verwaltungsbereiche sind identisch mit den 9 Provinzen Suedafrikas, d.h. es gibt nicht wie in Deutschland verschiedene Dioezesen. Der Sitz von SASA ist in Kapstadt.
Jede Provinz hat ihr Verwaltungsbuero. Das von Mpumalanga sitzt in White River. Da ich mich am besten mit Mpumalanga auskenne, werde ich meinen Fokus auf diese Provinz richten, aber ihr koennt davon ausgehen, dass es sich in den anderen Provinzen aehnlich verhaelt.
Mpumalanga ist in 5 Districts unterteilt, welche mit unseren Bezirken zu vergleichen sind; East District, West District, Nkomazi District, Nsikazi District und Inyamazane District.
Die kleinste Instanz, das sind nun die einzelnen Staemme bzw. Gruppen, wie bei uns auch. Meistens gehoeren die Pfadfinder zu verschiedenen Schulen und werden dort als eine Art AG angeboten und von Lehrern gefuehrt, die allerdings auch entweder eine Geschichte als Pfadfinder haben, oder mit der Gruendung der Gruppe zum Pfadfinder wurden.
Jede einzelne Gruppe hat ihr eigenes Halstuch als Erkennungszeichen, wodurch die Halstuecher die schoensten und buntesten Farben haben.
Etwa 95% der Pfadfinder in Suedafrika kommen aus den Townships und haben deswegen kaum Geld fuer Badges, eine Kluft oder fuer Pfadfinder Lager. Kluft und Halstuch sind das, was sie sich am ehesten leisten.
Die Pfadfinder sind nicht untaetig!
Natuerlich haben die Pfadfinder auch ihre eigenen Projekte.
Durch das Sponsoring des Gesundheitsamtes sind sie beispielsweise aufgefordert, jedes Jahr Projekte zu einer betsimmten Krankheit durchzufuehren. Das kann HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria oder Rauchen sein. Dieses Jahr behandeln sie Cholera und Bilharziose. Dazu finden viele Aufklaerungs Workshops statt und auch sogenannte Road Shows. Dabei ueben die etwas aelteren Pfadfinder eine Show ein und stellen sich dann auf die Strasse um Bewusstsein in die Oeffentlichkeit zu bringen. Es gibt auch Relays, bei denen die Kinder einen ganzen Tag lang durch die Townships laufen, wie auf einem riesen Gelaendespiel. Ueberall gibt es Stationen die das Thema behandeln und auch hier wird wieder Bewusstsein in die Oeffentlichkeit gebracht, denn oft studieren die Kinder Lieder zum Thema ein oder basteln Schilder.
Gemuese Gaerten sind ebenfalls ein sehr beliebtes Projekt vieler Pfadfindergruppen, vor allem derjeniger, die sich an der Schule treffen. Wie der Name schon sagt, pflanzen sie einen Gemuesegarten an, lernen darueber, diesen zu pflegen und das Gemuese zu ernten. Schliesslich koennen sie das Gemuese selbst essen, oder auch verkaufen, wie es viele Gruppen machen. Viele Kinder haben dieses Wissen mit nach Hause genommen und pflanzten gemeinsam mit ihrer Familie einen Garten an.