Donnerstag, 19. August 2010

Cub Camp in Esangweni

Winterlager in Suedafrika! Wenn man sich die Bilder ansieht, mag man das gar nicht so recht glauben ;-)

Letztes Wochenende fand hier das „Cub Camp“ statt, ein Lager fuer alle Woelflinge (die juengste Pfadfinderstufe) aus der Region Mpumalanga.

Manch einer mag sich vielleicht denken „Mhh, ein Zeltlager uebers Wochenende? Was ist denn daran so besonders?“ Nun, ein Lager unter afrikanischen Umstaenden ist wirklich alles andere als gewoehnlich :-) Das faengt schon ganz frueh morgens beim aufstehen an – hier der Blick aus unserm Zelt am Samstag morgen.
Nicht nur der Sonnenaufgang, sondern auch die scheinbar endlose Steppe mit ein par wenigen Baeumen und die Berge im Hintergrund erfuellten unseren Blick am Morgen sodass man gar nicht anders konnte als mit einer guten Laune aufzustehen (selbst wenn man in der bitter kalten Nacht nicht allzu gut geschlafen hat ;) ).

Um den Sonnenaufgang im uebrigen mitzubekommen musste man gar nicht extra frueher aufstehen, schliesslich begann das Prgramm schon um 5.30 Uhr. Da trafen sich alle Teilnehmer und Leiter am Fahnenmast zum Fahnen Apell und zum Morgensport.


Da auf dem Lager zwei Pfadfindergruppen aus Deutschland anwesend waren wurde neben der Weltbundlilie auch das DPSG Banner gehisst. Die deutschen Gruppen waren zum einen eine Rovergruppe aus Bonn, die sich hier bei einem Projekt in einem Kinderheim engagiert hatte und zum andern ein ganzer Stamm aus Neuss, der sich ebenfalls bei einem Projekt beteiligte.



Insegsamt waren wir an die 200 Pfadfinder auf dem Lager. Da hat das mit dem Essen schon mal ein bisschen laenger dauern koennen... ;-)
(das ist natuerlich noch lange nicht die ganze Schlange :P )





Gegessen wurde, wo man eben gerade so Platz fand. Das war mal an einem schattigen Plaetzchen unter einem Baum, in einer geselligen Runde ums Lagerfeuer oder eben auch auf der kleinen Holzbruecke die ueber einen kleinen, in den See muendenden Bachlauf fuehrte.




Danach ging es mit dem Gelaendespiel weiter. Der Lagerplatz, auf dem die Pfadfinder ihre Camps verbringen, besteht aus zwei Grundflaechen die von einer Strasse getrennt werden. Auf dem einen werden die Zelte aufgebaut und befinden sich die Kueche und Sanitaere Einrichtungen. Auf dem anderen Grundstueck wird gerade ein Pfadfinderzentrum gebaut. Dort sollen kuenftig Seminarraeume, Uebernachtungsmoeglichkeiten usw. fuer die Pfadfinder zur Verfuegung stehen, aehnlich wie in Westernhohe. Doch da der Bau noch etwas Zeit braucht, konnten wir jetzt das ganze Gelaende fuer unser Spiel nutzen.


Hier unser VW Bus an dem sich einige der Leiter ein wenig verkuenstelt haben ;-) Das lustige ist; zwei Tage spaeter, als wir mit dem Bus tanken waren und die Aufschrift immer noch zu erkennen war, nahm der Tankwart die Aufforderung „Time to wash me“ ernst und wischte promt unsere Scheiben :P Das Zeichen ganz rechts ist uebrigens das Logo der Pfadfinderschaft Mpumalanga. Die andern beiden duerftet ihr erkennen ;-)

Neben dem Gelaendespiel das von den deutschen Gruppen organisiert wurde, standen eine Einheit zum Thema Tuberkulose, noch weitere Gruppenspiele und eine kleine Rundfahrt mit dem Kanu auf dem Program.

Und was ist das einzige, das an diesem Tag noch fehlt? Genau, das Lagerfeuer! Also Gitarrenklaenge, Marshmallows, Afrikanische Maultaschen, gemuetliches Beisammensein, singen, den Tag ausklingen lassen..., ist es nicht das, was ihr mit einem Lagerfeuer verbindet? Nun, damit kann ich jetzt allerdings ganz und gar nicht dienen. Afrikanische Campfire sind so ziemlich genau das Gegenteil :P Zum einen ist das Lagerfeuer Teil des Programms und dauert laut diesem ungefaehr eine Stunde. Dabei stehen dann alle ums Feuer herum, waehrend die verschiedenen Gruppen etwas vorfuehren, zum Beispiel was singen oder ein lustiges Spiel mit allen spielen. An und fuer sich ist das Campfire sowieso eher von Taenzen und Gesaengen gepraegt, denn oft huepft ein Leiter in der Mitte herum und singt irgendwelche Verse vor, auf die die Menge dann antwortet. Dabei wird dann im Rhythmus mitgetanzt und geklatscht, alles in allem also eine ziemlich schoene und lockere Atmosphaere :-)


So neigte sich der Tag dem Ende zu und man lag schon gegen 23 Uhr ziemlich muede in seinem Schlafsack und verfiel dem Tiefschlaf. Schliesslich musste man am folgenden Tag wieder puenktlich zum Sonnenaufgang wach sein... :-)



Gumboot Dance in Numbi

Schon etwas laenger ists her (Sonntag vor zwei Wochen), da waren einige der Freiwillige, die sich jetzt schon wieder in Deutschland befinden und ich im Township Numbi und haben Sally besucht. Sally und seine Freunde treffen sich regelmaesig zum „Gumboot Dance“ was auf gut deutsch so viel wie „Gummistiefel Tanz“ bedeutet. Aber nur weil man sich zum Gumboot Dance verabredet, heisst das noch lange nicht, dass man auch gleich „Gumboot danced“, wie ich an diesem Sonntag gelernt habe.

Zuerst wird noch ein bisschen durchs Township spaziert und man lernt alle moeglichen Leute und Freunde von Sally kennen. Da war zum Beispiel Peggy, zu der wir nach Hause eingeladen wurden (von Sally, versteht sich, es darf naemlich jeder zu jedem einladen, so scheint es hier :P ). Dort durfte ich mich dann auch das erste mal am Papp machen versuchen. Papp ist hier sozusagen dass Grundnahrungsmittel der Suedafrikaner und schmeckt eigentlich genau so wie’s klingt. Man koennte es etwa mit Nudeln, Reis oder Kartoffeln vergleichen, da es genauso als Beilage gegessen wird.

Mein Versuch scheiterte jedoch klaeglich, als ich mir eine riesen
fette Brandblase einfing die noch heute nicht ganz verheilt ist.
Hier also schon mal meine Warnung: Solltet ihr jemals Papp
machen, passt auf, das Zeug ist verdammt heiss!!!
Waehrend ich mich also an dem klebrigen Brei zu schaffen machte, versuchte Caro Peggys Tochter mit einem Joghurt zu beeindrucken, doch die war irgendwie nur verwirrt. :P

Nach ein par Keksen, kuehlen Getraenken und lustigen Spielen gings weiter auf unserer Tour. Wir naeherten uns wieder der Schule an der wir uns fuers Gumboot Dancen verabredet hatten. Wuerde es diesmal klappen? Beinahe, kurz hielten wir noch an einem Kiosk an dem wir eine Runde Kaugummi spendiert bekamen, unterhielten uns wieder mit ein par Leuten und gingen dann wirklich entgueltig in die Schule. Wer aber denkt wir haetten unser Ziel erreicht, der liegt daneben. Denn jetzt wurden erst mal ein par Kartenspiele ausgepackt und Gummibaerchen verteilt, auf die alle Suedafrikaner hier so ultimativ stehen. Es stiessen immer mehr von Sallys Freunden zu uns, darunter auch Mduduzi, der uns dann schliesslich ein par Schritte beibrachte.



Theoretisch wuerden wir jetzt alle Gummistiefel tragen, aber wer hat schon einfach mal 6 paar Gummistiefel zu Hause? Es geht auch ohne. Beim Gumboot Dance werden verschiedene Rythmen geklatscht, mit den Fuessen auf den Boden gestampft oder mit den Haenden gegen die Schenkel bzw dann eben den Gummistiefel geklopft, was natuerlich richtig gut klingt wenn alle gleichzeitig dasselbe machen. Faszinierend ist, wie die Suedafrikaner einfach ihren Rythmus im Blut haben und es deswegen auch kein Problem ist, sich diesem einfach hinzugeben.


Aber ich bin ganz zuversichtlich, was das mit dem Rythmus angeht und wer weiss, vielleicht sieht man bald neue Gesichter in den Gumboot Dance Gruppen...? ;-) (Mich haben sie auf jeden Fall schon begeistert – wer haets gedacht ;) )