Montag, 20. September 2010

Ab in die Wildnis ;-)

Das ultimative Afrika Erlebnis im Kruger Nationalpark!

Wow, letzten Samstag waren wir, das sind Steffi und ich und Kathi und Nicole (die beiden Freiwilligen aus dem Kinderheim in Malelane), im Kruger Nationalpark. Zwar waren wir dort „nur“ einen Tag, aber die Eindruecke sind dennoch unglaublich!!

Das Gebiet wurde schon 1898 von Paul Kruger zum Schutz der Wildnis gegruendet. Erst 1926 wurde aus dem Schutzgebiet ein Nationalpark, den heute 147 Saeugetierarten ihr Zuhause nennen koennen, darunter gehoeren auch die „Big 5“. Frueher, als Grosswildjaeger noch das Land bereisten, galt es als besonders schwierig und gefaehrlich, jene fuenf zu erlegen, weswegen es einen aeusserst hohen Preis fuer sie gab. Sie galten sozusagen als Trophaee der Jagsafaris ;-) Zu den Big Five zaehlen uebrigens der Elefant, der Bueffel, das Nashorn, der Loewe und der Leopard. Nun, und vier von diesen „Trophaeen“ haben wir mit eigenem Auge sehen koennen... ;-)

Faszinierend ist einfach, dass die Tiere der Strasse hier zum Teil unglaublich nahe kommen, wie zum Beispiel diese Giraffe, die einfach mal direkt am Wegrand die Blaetter von den Aesten geschluerft hat.

Oder das Zebra hier. Es war auch gerade am grasen und als wir uns genaehert hatten, hob es ploetzlich den Kopf, stand ganz still da und hat uns beobachtet und sich nicht mehr bewegt bis wir wieder weg waren.


Oh, aber dieses schnuckelige Zebra war gar nicht das erste, das uns ueber den Weg gelaufen ist. Nun, das erste ist uns auch nur sehr indirekt ueber den Weg gelaufen, naemlich im Maul dieser sympatischen Hyaenen Dame... ;-)


Wo wir schon bei unsympatischen Tieren sind. Dieser hier stand nun wirklich direkt am Wegrand im Gebuesch und da Bueffel als sehr aggressiv gelten und die vor allem auch voellig ohne Vorwarnung werden, machten wir diesmal nicht den Motor aus und bestaunten das Tier mit Respekt und dem Fuss auf dem Gaspedal liegend.


Aus der Entfehrnung fuehlt man sich dann schon um einiges wohler. Hier an der Wasserstelle liegen Hippos und Bueffel in Frieden beieinander. Und wir weilten auf der anderen Uferseite^^


Landschaftlich gesehen bietet der Kruger auch eine Menge. Eben auf dem Zebra, dem Hyaenen und dem Bueffel Bild hat man das dichte Dorngebuesch gesehen, das Giraffen Bild zeigt die offene Savanne, ebenso wie das Nashorn Bild hier:


Durch den Park fuehren einige grosse Hauptstrassen die betoniert sind und auf denen man hoechsten 50 km/h fahren darf. Von diesen Wegen fuehren immer wieder kleinere „Dustroads“ ab, die hoechstens mit 40 km/h befahren werden duerfen, da sie erstens nicht so breit und zweitens mit Schlagloechern und anderen seltsamen Eigenheiten versehen sind. Die Tiere nehmen es sich aber nicht, jene zu ueberqueren um von A nach B zu kommen. Sei es ein Kudu auf der Dustroad ....


... oder ein Elefant auf der Strasse.


Auf den etwa 20.000 Quadratkilometern Flaeche, die den Kruger zu einem der groessten Nationalparks Afrikas macht, befinden sich ausserdem viele Aussichtspunkte, an denen die Besucher die Moeglichkeit haben, ihr Auto zu verlassen und die Aussicht zu geniessen. Dabei kann es dort ein kleines Cafe geben oder auch nur eine kleine Huette, von der aus man die Tiere in Ruhe beobachten kann. Erstaunlich fanden wir alle, dass diese Aussichtspunkte nicht etwa umzaeunt sind und somit jedes Tier einfach auf den Parkplatz spazieren kann. So wie es auch bei uns der Fall war...





Es war schon ein seltsames Gefuehl, so nah vor einem Elefanten in freier Wildbahn zu stehen und nicht einmal das provisorisch schuetzende Blech um sich herum zu haben.^^ Aber das Tier blieb friedlich und wir konnten von einer kleinen Holzhuette aus Tiere und Natur beobachten (Wer genau hinsieht, findet den Pavian^^).








Wer den Koenig der Loewen kennt weis was noch fehlt – richtig, Pumba, das Warzenschwein. Das haben wir natuerlich auch gesehen ;-)








Und ebenso wichtig in Disenys Meisterwerk ist.... na? Zazu, der Gelbschnabeltoko! Der trohnt hier gerade in der Baumkrone und ist wirklich ueberall im Park zu sehen.



Aber jetzt mal im Ernst, schliesslich hatte ich gesagt wir haetten vier der Big Five gesehen und da fehlt noch einer. Elefant, Nashorn und Bueffel hatten wir schon und ich gebe euch einen Tipp, das folgende Tier hat von Disney auch eine Rolle in Koenig der Loewen bekommen. Und es ist? Bingo, der Loewe^^ Nun, allerdings war was wir gesehen haben ganz und gar nicht Jugendfrei, denn der liebe Loewe und die liebe Loewin hielten wohl nicht so viel von Privatsphaere. Aber seht selbst...




Generell war es immer sehr praktisch wenn in der Naehe andere Autos waren bzw wenn man anderen Autos hinterher fahren konnte, denn so hatte man die Chance, mehr Tiere zu sehen. Aber die Ansammlung an Autos war wirklich unglaublich, binnen weniger Minuten hatten sich mit Sicherheit 15 Autos eingefunden, die das Loewenpaerchen beobachteten.



Das totale Verkehrschaos :-P
Wie man sieht haben wir echt eine Menge erlebt und teilweise hatten wir auch super viel Glueck, gerade was die Loewen oder die Hyaene angeht oder auch die Elefanten, die vor uns die Strasse ueberquerten oder einfach mal am Parkplatz standen. Man muss eben zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, aber die Frage die sich uns stellte ist auch, ob wir wirklich Glueck hatten, oder ob es einfach „normal“ ist, soviel verschiedenes zu erleben? Oder ob wir einfach von jedem Erlebnis total beeindruckt gewesen waeren, einfach, weil wir diese Tiere in freier Wildbahn erleben durften? Um das herauszufinden gibt es wohl nur einen Weg – wir muessen eben immer wieder in den Kruger fahren :-) Und das naechste Mal ist sogar schon geplant, schliesslich war letzter Samstag auch nur ein spontaner Trip ;-) Mitte Oktober wollen wir mit einer grossen Gruppe von Freiwilligen hier in der Umgebung in den Kruger fahren und dort auch in einem Camp uebernachten.
Alles in allem also ein ultimativ cooler Trip durch die Wildniss der sich auf jeden Fall mehr als gelohnt hat! Wir freuen uns schon auf die naechste Tour ;-)

Donnerstag, 16. September 2010

Typisch Deutsch

Als wir in Johannesburg im Backpacker waren, hab ich einen suedafrikanischen Reisefuehrer gefunden und mal geschaut, was da so ueber Deutschland drin steht. Und wie die den deutschen "Lifestyle" beschreiben, fand ich irgendwie sehr witzig, sodass ich mir mal dachte, dass ich die Beschreibung einfach mal online stelle ;-)

"CULTURE
Traditional Lifestyle

Once viewed as overly disciplined, humourless and domineering, today’s Germans are generally more relaxed, personable and interested in enjoying life. Reunification has evidently strengthened this trend, as it seems to be spreading eastwards. English – speaking travellers readily identify with Germans, and find it easy to strike up conversations with them.
Despite their penchant for continual improvement and modernisation, upholding traditions is dear to German heart. Hunters still wear green, master chimney sweeps get around pitch – black suits and top hats, Bavarian women don the Dirndl (skirt and blouse), while their menfolk find suitable occasions to wear the typical Bavarian leather shorts, a Loden (short jacket) and felt hat."

Unterwegs in Johannesburg


Die erste grosse Reise! Und sie fuerhte hin? Nach Johannesburg! ;-)
Freitag Nachmittag ging es los, da holten Alina, Tanja und Bob (ein Freund von den beiden) Steffi und mich ab. Das Abenteuer sollte schon unterwegs beginnen, denn ploetzlich wurden wir auf der kurvigen, nur durch Reflektoren auf den Strassenmarkierungen beleuchteten Strasse von unglaublich dichtem Nebel ueberrascht, bei dem man – ungelogen – kaum weiter als 5 Meter blicken konnte. Bob lies sich nicht beirren und brachte uns sicher zum Backpacker. Seltsamerweise erwartete uns niemand zum einchecken, bezahlen oder „Zimmer zeigen“ und wir wurden von den Backpacker Bewohnern einfach in ein Bungalow Zimmer gefuehrt, in dem wir dann schlafen konnte. Keine Sorge, der Backpacker war dennoch sehr serioes :-)


Samstag frueh ging es dann auf Touri – Tour. Urspruenglich wollten wir am Morgen in die Costitution Hill fahren. Wir folgtem unseren Navi also ganz brav, das uns in die „Kotze Street“ fuehren sollte. Nun, das tat es schliesslich auch, allerdings war das wohl die falsche Kotze Street (davon gibt es ganze drei Stueck in Johannesburg) und wir landeten irgendwo in der Pampa bzw einem etwas wohlabender wirkendem Vorort. Das lies uns unsere gute Laune aber nicht nehmen und wir machten uns auf um gut und gesund bei McDonales fruehstuecken zu gehen (Achtung, irgendwo im letzten Satz befindet sich ein kleines bisschen Ironie... :-P ). Doch auch hier sollte unser Spass nicht zu kurz kommen und so wurde aus dem Kinderparadies bald schon ein Paradies fuer uns „German Volunteers“. Bob blieb davor stehen und machte Bilder ;-)


Nun begann aber wirklich das Touri Programm, denn wir fuhren ins Apartheid Museum. Dort wird man beim Kauf einer Eintrittskarte erst mal ohne sich dessen bewusst zu sein in „White“ oder „Non-White“ getrennt. Je nachdem ob man zu den Weissen oder den Farbigen bzw. Schwarzen gehoert, benutzt man einen anderen Eingang in das Museum und verfolgt eine dem entsprechend ausgerichtete Geschichte.

Nach einiger Zeit trafen sich die Wege wieder und auf unserem weiteren Weg durch das Museum begleitete uns Mandela mit seinem Kampf gegen die Apartheid. Auf dem Aussengelaende hing eine Wand mit verschiedenen Leitsaetzen Mandelas, die jeweils in verschiedenen Farben gedruckt waren. Da gab es z.B. Aussagen zum Thema Gleichberechtigung, Versoehnung, Vergebung, Fuehrung, Courage,... . Man konnte sich fuer eine Aussage entscheiden und dann mit einem Stab, der die selbe Farbe wie der gewaehlte Text hatte, zu einem kleinen Kunstwerk beitragen. Um sich das ganze besser vorstellen zu koennen, hier ein Bild:

Spontan habe ich mir uebrigens diesen Text rausgesucht.

„None of us can be described
as having virtues or qualities
that raise him or her above others.“
- Nelson Mandela

Ist natuerlich streitwuerdig, aber mir hat er spontan am besten gefallen ;-)

Anschliessend ging es nach Soweto, dem wohl beruehmtesten Township Suedafrikas. Denn inmitten all der Huetten befand sich das Geburtshaus Mandelas, dem wir einen Besuch abstatten wollten. Der Teil in Soweto in dem wir waren, war aber alles andere als heruntergekommen und arm, er war viel mehr von touristischen Einfluessen gepraegt. So gab es zum Beispiel viele kleine Staende die Masken, Schmuck und andere typisch Afrikanische Sachen verkauften. Auch die Huetten waren recht stabil gebaut und sahen im Gegensatz zu anderen Townships sehr wohlhabend aus. Aber wie gesagt, das war nur der touristische Teil.
Als wir wieder Richtung Backpacker fuhren, sahen wir am Strassenrand die andere Seite Sowetos – klitze kleine Wellblech Huetten umgeben von vermuellter Landschaft, die nicht danach aussahen, als wuerden sie etwas staerkere Stuerme, gar Regen ueberstehen.

Am Abend konnten wir es uns nicht nehmen, noch ein bisschen auszugehen. Leider wussten wir nicht, dass die Musik unsern Geschmack nicht ganz zu 100% treffen wuerde (achtung, auch hier versteckt sich Ironie :-P ) doch das sollte unsere Stimmung nicht trueben. So wurden schliesslich Klassiker wie „die Wattestaebchen“ oder „der Rasenmaeher“ ausgepackt. Ja, selbst „der Pantomime“ schaffte es bis auf die Tanzflaeche... Man sieht, der Abend wurde ganz nach dem Motto „Ach egal, hier kennt uns eh niemand“ gestaltet :-P

***************DER NAECHSTE TAG*********************

Der Sonntag brach an und auch hier sollte unser erstes Ausflugsziel nicht erreicht werden – wir wollten eine Freundin von mir besuchen, die ein freiwilliges Jahr in einer Kirchengemeinde absolvierte, doch leider haben wir diese nie gefunden. Wo genau das Problem lag und wo wir eigentlich waren weiss bis heute niemand^^ Danach ging es auf einen „Africa Markt“ mit unmengen an aus Holz geschnitzter Ware und Tuechern und Schmuck und Afrikanischen Holzfiguren und aus Perlen gearbeitete Figuren und traditionellen Musikinstrumenten und und und... Unter dem Musikinstrumenten fand sich uebrigens auch ein Stand mit Djemben. Hihi, den Spass lies ich mir nicht nehmen und hab gefragt ob ich auch mal trommeln darf ;-) Im Endeffekt war ich glaube ich eine ganze Stunde an diesem Stand gewesen uns hab mit dem Besitzer zusammen getrommelt oder mir verschiedene Rhythmen von im beibringen lassen. Das war wirklich eines der Top Erlebnisse an dem Wochenende :-)
Hier ein Bild von der Brass Band die am Afrika Markt gespielt haben.


(In der Band gab es u.a. Pauken, Posaunen, Tubas, Djemben, Xylophone)

Eigentlich wollten wir noch in die Innenstadt Johannesburgs fahren, da wir uns bis jetzt nur in Vororten herumgetuemmelt hatten. Aber Bob meinte er haette eine Ueberraschung fuer uns und wolle uns noch einen lustigen Ort zeigen. Also liesen wir uns zu diesem lustigen Ort fuehren und landeten in einem ueberdimensional grossem Zirkuszelt das gefuellt war mit den verschiedensten Spielautomaten. Kurz – es war ein Casino, aber ich hab da drin glaube ich hoechstens 5 Poker bzw Kartenspiel Tische gesehen, der Rest war einfach nur kunterbunt und
elektronisch.

Nach einem kleinen Spaziergang in „Carnival City“ ging es dann aber nach Sonnenuntergang wirklich auf die Rueckreise nach White River. Diesmal nahmen wir den Highway und waren schon nach nicht einmal 4 Stunden wieder zu Hause (anstatt nach ueber 6, die wir dank des Nebels auf der Herfahrt enoetigt hatten).

Ein erlebnisreiches Wochenende war das definitiv, aber es soll nicht das letzte gewesen sein!

Montag, 6. September 2010

Ein weiterer Besuch im Hause Lunga

Den Sonntag verbrachten wir mal wieder in Kabokweni bei Lunga. Zuerst waren wir (Franzi, Lunga, (Lunga's Mum), Lara, Tanja, Till, ich, Lena, Andi, Basti) in der Kirche und danach bei Lunga zu Hause.

Die Gottesdienste hier sind nicht zu vergleichen mit denen in Deutschland. Sie sind zu etwa 80% gepraegt von Gesaengen und Taenzen. Die Kirche ist ein kleines aus einfachen Steinen gebautes Haus, doch sie ist immer voll und wenn die Menschen hier anfangen ihren Gospel zu singen, dann kriegt man wirklich Gaensehaut. Es ist unglaublich was fuer eine Fuelle die Stimmen so weniger Menschen erreichen koennen und dann singen immer einzelne Personen Solo Verse und eine kleine Gruppe faengt an eine andere Stimme dazu zu singen, dann faellt wieder die Solo Stimme ein und alle klatschen und singen und und und... Das muss man wirklich mal erlebt haben :-)
Danach machten wir uns auf den Weg zu Lunga’s Haus, wo wir mit einem typischen Township Essen mehr als ueberrascht wurden. Seine Mutter hatte fuer uns Papp mit Salat, Spinat, Mangopaste, Bohnen und Fleisch gemacht. Lunga stellte uns das ganze Essen regelrecht vor, doch beim Fleisch sagte er dann „Hier sag ich euch jetzt nicht was es ist, sonst esst ihr es nicht!“, was taktisch natuerlich seeehr geschickt ist :D Im Endeffekt habe ich es auch wirklich nicht probiert, es sah naemlich ein weing seltsam aus und ausserdem stehe ich sowieso nicht so auf Fleisch, aber die anderen griffen mehr oder weniger beherzt zu. Spaeter stellte sich raus, dass das Fleisch, dessen Konsistens den anderen zufolge etwas seltsam war, ehemals die Lunge eines Rinds war.^^ Aber Sachen wie Innereien, Huehnerfuesse, Schweinefuesse und Kuhkoepfe sind hier nun mal normaler Bestandteil des Essens im Township. Fuer letzteres wurden Franzi und Till im uebrigen fuer naechstes Wochenende eingeladen – Lunga will ihnen zeigen wie man einen Kuhkopf zubereitet (was allerdings nur Maenner machen duerfen) und ihn danach zusammen essen. Alle Details, wie man das denn macht, hat er uns uebrigens ganz detailiert beim Essen erzaehlt, so von wegen Haut abziehen, Gehirn entfehrnen usw... :D

Nach dem Essen konnten wir unsere Suedafrikanischen Flaggen aus Perlen, die wir das letzte Mal angefangen hatten, zu Ende fuehren. Lungas Mutter macht das professionell und verdient ihr Geld indem sie selbsgemachten Schmuck und aehnliches verkauft. Mein Geschick in Sachen basteln erwies sich allerdings als nicht allzu ausgepraegt, man koennte auch sagen ich bin einfach ein Mensch der sowas langsam angeht (was eindeutig positiver klingt ;-) ), aber es war wirklich witzig, dass Lena, die an diesem Tag mit ihrer Fahne anfing, genau so schnell fertig war wie ich, obwohl ich die erste Haelfte schon letzte Woche gemacht habe :D


Am Nachmittag, noch bevor die Sonne unterging machten wir uns wieder auf den Heimweg, da wir noch geplant hatten den Pool, der unserem Farm Besitzer Dudley gehoert, einzuweihen. Obwohl das Wasser recht kalt war, wagten sich einige herein und so verbrachten wir den Abend ganz gemuetlich in geselliger Runde, bis Mr. Sandman mich schon gegen halb 10 in den Schlaf wog.

Bafana Bafana!

Nach einem etwa einstuendigen Aufenthalt im Cottage, ging es am selben Samstag weiter aufs Bafana Bafana (so wird die Sued Afrikanische Nationalmannschaft genannt) Spiel im Mbombela Stadion. Bafana Bafana spielte an diesem Abend gegen Niger um die Qualifikation fuer den Africa Cup (vergleichbar mit der EM), weswegen natuerlich alle auf einen Sieg der Bafana’s hofften. Bafana bedeutet uebersetzt uebrigens „die Jungs“. Besonders praktisch war natuerlich, dass dieses Spiel in dem uns am naechsten gelegenen Stadion stattfand, naemlich dem in Nelspruit. Mit dem Shuttle Bus ging es also auf zum Stadion, was sich als recht amuesant herausstellte. Denn nein, ein Sued Afrikaner verzichtet nicht darauf, seine Vuvuzela lauthals zu wunderschoenen Klaengen zu bewegen, selbst wenn der Bus bis aufs letzte gefuellt mit Menschen ist ;-) (Das trifft sowohl auf die Hin- wie auch auf die Rueckfahrt zu. Wobei ich persoenlich auf der Hinfahrt den Vorteil hatte, ganz hinten zu sitzen, waehrend auf der Rueckfahrt ein netter Herr hinter mir sass, der sich auch sehr gut im Vuvuzela troeten verstand...^^)
Nichtsdestotrotz kamen wir munter im Stadion an, mehr oder weniger in passenden Outfits!

(Man beachte bitte die farbliche Abstimmung zwischen Fahne und Kleidung^^ (geschah alles unbewusst ;-) )


Das Stadion macht uebrigens auch richtig was her – gestuetzt wird es von 18 Giraffen und an sich ist es sehr bunt und modern gebaut. Solange noch keine oder wenig Menschen im Stadion sind, ist eine Bestuhlung mit Zebra Muster zu erkennen.


(Erkennt ihr die Giraffen?)


Trotz einiger verpassten Torchancen der Bafana’s und viiielen aerztlichen Einsaetzen (ich habe glaube ich noch nie so oft den Doktor + die Maennlein mit Trage aufs Spielfeld rennen sehen), war das Spiel spannend und interessant anzuschauen und letztenendes siegten Suedafrika’s Jungs mit den in der ersten Halbzeit geschossenen 2 Toren ueber die Jungs aus Niger (2:0).
Die Freude war natuerlich riesig und das Stadion erbluehte in gelb, gruen und aeh, bunt, aufgrund der suedafrikanischen Flagge. :-P


So neigte sich ein erlebnisreicher Tag dem Ende zu – dachten wir. Den vor uns lag noch die Heimreise, die sich ein wenig laenger zog als erwartet. Am Parkplatz angekommen standen dort nicht wie erwartet die Shuttle Busse, mit denen wir auch her gekommen sind, nein wir begegneten einem froehlichen Chaos aus Taxen, zwei Bussen und vielen, vielen Menschen. Alle wollten weg, alle wollten in ein Auto, doch irgendwie bewegte sich nichts, denn die Strasse, die vom Parkplatz wegfuehrte, war masslos ueberfuellt. Also liefen wir vor bis zu einem Kreisel an dem wir uns eine Mitfahrt erhofften und nach einigem Hin und Her auch bekamen. Wir hatten Glueck, denn wir standen direkt an den Tueren des Taxis, sodass wir als erster rein und auch sicher drin bleiben konnten. Denn in dem Auto, das auf etwa 12 Mann ausgelegt war, sammelten sich binnen weniger Sekunden gefuehlte 35 Leute (realistisch gesehen warens ca. 20 – 23, aber es war echt eng^^), bis dann der Taxi Fahrer meinte „Overloaded! Overloaded!“ und die Leute, die keinen eigenen Sitzplatz hatten (Schoss zaehlt nicht), mussten wieder aussteigen. Ja, die Vuvuzela Geschichte hatte ich ja schon bereits am Anfang erwaehnt und wenn es mal nicht die Troete war, die einem das Ohr schmerzen liess, dann die ueberaus „leisen“ Gespraeche die von der Rueckbank bis vor zum Taxifahrer gefuehrt wurden ;-) Alles in allem war diese erste Taxi Fahrt recht unterhaltsam, trotzdem war ich froh wieder im Cottage zu sein und nach einem kleinen Snack gings dann aber auch muede ins Bett.

Endangered Species Centre

Fuer den Samstag war eine Tour in die Moholoholo Aufzucht Station in der Naehe von Hoedspruit geplant. Dort werden gefaehrdete Tierarten aufgepaeppelt und gezuechtet und die andern Freiwilligen, die vor uns da waren haben uns eine Reise dort hin empfohlen. Wir, das sind uebrigens Franzi, Till (die beiden Yess Volunteers), Tanja (Praktikantin in einem Hotel), Basti (C4L Volunteer), Lara, Lena und ich; von Franzi ganz liebevoll „Reisegruppe Frohsinn“ getauft ;-).

Am Moholoholo Center angekommen, mussten wir leider feststellen, dass wir nicht zur Zeit eines Tourbeginns da waren. Wir haetten zwei Stunden warten muessen, um an der Tour um 15 Uhr teilzunehmen, allerdings hatten wir diese Zeit nicht, da am Abend das Bafana Bafana Spiel im Mbombela Stadion war und wir rechtzeitig wieder zu Hause sein mussten.

Also fuhren wir in das nahe gelegene Endangered Species Center, in dem vor allem gefaehrdete Geparden (= Cheetah’s) gezuechtet und ausgewildert werden. Neben Geparden, gab es hier aber auch schon Nashoerner, Elefanten und Leoparden.

Die Tour begann mit einem einfuehrenden Film ueber das Center und die Tiere. Danach fuhren wir ueber das Gelaende und konnten die Tiere bewundern. Es ist schon beeindruckend, solch flinke Tiere zu sehen (in 3 sek. von 0 auf 112 km/h!), allerding werden sie in Kaefigen gehalten, was ja unvermeidbar ist fuer eine Aufzucht Station und obwohl sie auch wirklich viel Platz in einem anschliessendem Gehege haben, tut es mir leid die Tiere in Gefangenschaft zu sehen.


Aber man muss sich eben immer wieder daran erinnern, dass die meisten Tiere ja irgendwann ausgewildert werden und ein Leben in freier Wildbahn geniessen duerfen ;-)

Ausserdem gab es „Wild dogs“ die auf dem Gelaende herumstreunten, bzw sich gerade bei einem Mittagsschlaefchen entspannten, als wir an ihnen vorbei fuhren.


Auch sehr interessant waren diese netten Kerle:



Auf den ersten Blick erkennt man es nicht so gut, aber diese „Brocken“ die da auf dem Boden herum liegen, waren nicht einfach nur Erdklumpen, oder was auch immer die Fantasie einem da einreden mag. Nein, diese ominoesen Brocken sind nichts anderes als Tierknochen, die den Voegeln, deren Namen ich leider nicht kenne, zum Frass vorgeworfen werden. Bzw werden ihnen die Reste, die die Geparden nicht verputzen, vorgeworfen, sodass sie die uebrigen Fetzen Fleisch von den Knochen abnagen koennen. Die Knochen werden dann wiederrum eingesammelt und anderweitig verwertet. Das nenne ich mal recycling ;-)

Botanical Garden Nelspruit

Nach laengerer Abwesenheit, tut sich nun auch auf meinem Blog etwas :-)
Hinter mir liegt ein recht ereignisreiches Wochenende, von dem ich berichten werde.

Da Freitag immer schon um 13 Uhr Feierabend ist, war der Plan dass Till (Yess – Volunteer) und Basti (C4L Volunteer) zu uns auf die Farm kommen um ein bisschen in der Sonne zu liegen und zu entspannen. Leider war die Sonne nicht ganz auf unserer Seite und entschloss sich, diesen Nachmittag hinter einer dichten Wolkendecke zu verschwinden. Aber das sollte uns nicht aufhalten – die Plaene wurden also umgschmissen (woran man sich hier nach 5 Wochen sowieso schon gewoehnt hat) und wir haben einen Ausflug in den Botanischen Garten in Nelspruit gemacht.
Das war richtig beeindruckend, denn obwohl zu dieser Jahreszeit noch nicht allzu viel bluehte, konnte man immernoch die aussergewoehnliche Landschaft bewundern.


Nach wenigen Minuten schon traten wir aus einer eher felsigen Landschaft hinueber in die tiefen des „Nelspruit’schen Regenwaldes“ ;-)


Hier wurden wir von den wildesten Gewaechsen ueberrascht. Am beeindruckensten fand ich jedoch die Ausmasse eines Palmstrauchs, der ohne Stamm aus der Erde wuchs und dessen Palmblaetter einfach riesig waren. Hier der Vergleich: Palmstrauch vs. Lara^^


Etwa 2 Stunden dauerte unser Ausflug, aber ich war richtig, richtig froh mal wieder ein bisschen zu laufen. Hier ist man echt unglaublich ans Auto gebunden, da man von der Farm aus einfach nirgends zu Fuss hin kommt, nicht einmal zum einkaufen.
Am Abend haben wir alle zusammen noch bei uns auf der Farm lecker Asiatisch gekocht und den Abend in einer geselligen Runde ausklingen lassen. :-)